Harnwegsinfekte

Harnwegsinfekte treten selten isoliert als reine Blasen-oder Harnwegsentzündungen auf. Während bei einem Harnwegsinfekt der Schmerz in der Harnröhre als brennend empfunden wird, zeigt sich der Blasenschmerz in der Schamgegend und/oder als Druckschmerz im Unterleib. Die Symptome sind vielgestaltig und können sich als starker Harndrang und/oder häufigem Wasserlassen mit jeweils nur geringen Mengen an Harn zeigen. Je akuter der Infekt umso schneller treibt es den Betroffenen zum Arzt. Hierbei kann es auch zu Fieber, Rückenschmerzen und zu häufigem Wasserlassen mit brennenden Schmerzen kommen.

Das chronische Stadium kann lange unbemerkt verlaufen

Dagegen kann sich die Chronifizierung stark maskieren und nicht immer zwingend auf einen Infekt im Urogenitaltrakt hinweisen. Hiervon sind Frauen und Mädchen häufiger betroffen. Im weiteren Verlauf kann es zu Entleerungsstörungen kommen, so dass beim Lachen, Husten oder Niesen unkontrolliert eine geringe Menge an Harn abgehen kann. Blasenentleerungsstörungen treten auch nachts auf und können den Betroffenen den Schlaf rauben.

Ist das Organ Blase erst einmal geschwächt, kommt es immer wieder zu Reinfektionen. Auch hiervon sind Frauen und Mädchen häufiger betroffen. Dies liegt an der Anatomie der weiblichen Harnröhre, die etwa nur 4 cm lang ist. So können Bakterien recht einfach in die Blase eindringen und die typischen Beschwerden auslösen.

Was Sie selber tun können:

Für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu sorgen. Dadurch ist der Urin nicht zu stark konzentriert und die Erreger können sich nicht so gut anhaften.

Das Urinieren niemals zu lange aufzuhalten, damit sich eventuell vorhandene Bakterien nicht zu schnell vermehren können.

So schön Dessous auch sein können, das Tragen von synthetischer Unterwäsche kann zu einem Kältereiz führen und so eine erneute Entzündung auslösen. Nicht sexy aber sinnvoll sind Materialien aus Naturfasern.

Durchblutungsstörungen im Bereich des Unterleibes können vermeiden werden, indem auf das Tragen zu enger Miederhöschen verzichtet wird. Eine gute Durchblutung im Unterleib, kann den Körper vor erneuten Harnwegsinfekten schützen.

Genauso gilt es, die Füße nicht zu kalt werden zu lassen. Kalte Füsse lösen reflektorisch einen Reiz auf die Harnwege aus. Generell sollte auf ausreichende Körperwärme geachtet werden.

Unterstützend können lokale Wärmeapplikationen in Form von feuchten Packungen, Heusäcken oder Kräuterkissen sein.

Peinliche Hygiene und ein Toilettengang nach dem Geschlechtsverkehr sollten selbstverständlich sein. Sollten während des Geschlechtsverkehres oder anschließend Schmerzen auftreten, kann die Untersuchung des Partners sinnvoll sein.

An diätetischen Maßnahmen ist die reizlose Kost vorzuziehen, denn je schärfer Ihr Essen, umso stärker werden auch die Harnwege und die Blase gereizt.

Beherzigen Sie den Grundsatz: "Nase ist immer Blase". Was dahinter steckt, erkläre ich Ihnen gerne bei Ihrem Besuch in der Praxis.